Scharmbecker Bach

- Entwicklung des Scharmbecker Bachs zu einem lebendigen blauen Band, das die Stadträume von Osterholz-Scharmbeck miteinander verbindet
- Schaffung von großzügigen neuen Attraktionsräumen entlang des Baches, mit unmittelbarem Wassererlebnis – einerseits naturnah und ökologisch wirksam, andererseits repräsentativ und gastronomisch bereichernd
- naturnahe Gestaltung mit Wiesenabschnitten, Sitzgelegenheiten und interaktiven Elementen wie einem Wassertretbecken und Balancierhölzern.
- Im Stadtzentrum öffnet sich der Bach zu einer großzügigen Wasserfläche und bildet zusammen mit dem Marktplatz ein vielseitig nutzbares Stadtforum. Neue Terrassen und eine Stegbrücke bieten Zugang zum Wasser und erweitern das gastronomische Angebot.
- Das Projekt schafft ein harmonisches Zusammenspiel aus Architektur, Natur und öffentlichem Raum – ein Ort für Erholung, Bewegung und Begegnung, der sowohl tagsüber als auch abends seine volle Wirkung entfaltet.
An den Scharmbecker Bach gliedern sich fünf charakteristische Bereiche: ein beschauliches Bachrefugium am Mühlrad, ein klimaangepasster Straßenraum, ein verbindender Bachpadd und ein geselliger Marktplatz mit angebundenem “Haus am Markt”.
Der Scharmbecker Bach löst sich von seiner brüchigen, fragmentierten Gestalt und bereichert als blau-grünes Band die neu gestalteten Stadträume mit landschaftlicher Qualität: im Zusammenspiel mit bestehenden natürlichen und anthropogenen, mit historischen und gegenwärtigen Baustrukturen prägt der Bach so die neue Stadt-Landschaft zwischen Stadtpark und Barkhof. Am Scharmbecker Bach, der lebendigen, blauen Ader, entstehen zeitgemäße und zukunftsgewandte Orte, die sowohl das gesellschaftliche Miteinander als auch die ökologischen Qualitäten im Zentrum von Osterholz-Scharmbeck deutlich aufwerten.
Mit dem neuen Stadtanger am Haus am Markt und dem Bachrefugium am Mühlrad gelingt es großzügige, neue Attraktionsräume mit unmittelbarem Wassererlebnis zu aktivieren: einerseits naturnah und ökologisch wirksam, anderseits repräsentativ und gastronomisch bereichernd. Nehmen wir uns also Zeit für einen Spaziergang entlang des neuen Scharmbecker Bachs:


Wir starten im Norden. Das Bachrefugium am Mühlenrad öffnet Raum für einen mäandrierenden Wiesenbach am Fuße des Stadtparks. Als Refugium ist dieser Bachabschnitt in gleichen Maßen naturnaher Rückzug, kontemplatives Wassererlebnis und kulturhistorisches Anschauungsobjekt. Stadtpark und Bachrefugium wachsen über behutsame topographische Eingriffe und neue Erschießungen als grün-blaue Freiraumstruktur zusammen.
Zwischen dem südlichen Stadtpark und der Teichstraße bieten kleine, wegebegleitende Sitzplätze und Sandsteinmauern Gelegenheiten zum Verweilen. Auf Höhe des historischen Mühlenrads weitet sich der Bachlauf um eine baumbestandene Insel mit flachen Kies-Ufern. So kann der geschützte Baumbestand in weiten Teilen erhalten bleiben. Die flachen Ufer bilden einen spannenden Bacherlebnisraum, während etwas weiter oberhalb ein eher geschützter Wasserspielplatz entsteht.
Im Übergang zum Stadtpark entsteht eine “Sonnentreppe”, als Aufenthaltsraum mit Sitzstufen und Bänke. Von hier hat man einen wunderbaren Blick in das gesamte Bachrefugium.
Im Straßenraum wird der bestehende Wendehammer entsiegelt und mit einer Baumrigole ausgestattet. Im Übergang zum Bachrefugium wird der Straßenraum zur öffentlich nutzbaren, bespielbaren Fläche. Die Brücke “Hinter der Wurth” wird mit Natursteinvorsatz neu verkleidet und gliedert sich so in die Umgebung ein.


Zwischen Bachrefugium und Marktplatz entsteht ein “Bachpadd” als verbindendes Element. Hier bietet ein Holzsteg die Möglichkeit, direkt am, bzw. über, dem Bach zu gehen, ohne dass zu stark in das bestehende Ufer eingegriffen werden muss. Der Steg windet sich am Haus am Markt mit 6% Steigung bis auf das Gastro-Plateau.

Im Zentrum von Osterholz-Scharmbeck, zwischen dem historischen Schlauchturm, Haus am Markt und dem Marktplatz, öffnet sich der Bach zu einer großzügigen, gefassten Wasserfläche. Auf einem “Zwischenpodest” vermittelt eine neue Gastronomie ("Haus am Bach") zwischen dem Marktplatz und dem Haus am Markt und es entsteht ein vielfältig nutzbares Stadtforum.
Das bisherige „Abstandsgrün“ zwischen Wasserfläche und Baukörper wird durch eine Terrassenfolge ersetzt, die sowohl den Wasserzugang, eine Gastronomieoption und einen Abendsonnenbalkon eröffnet. Eine leichte und transparente Stegbrücke ist barrierefreie Erschließung und Verweilort über dem Bach zugleich. Die neuen Raumabfolgen im Osten - Wasserbecken, Terrasse, Sonnenbalkon, sowie Wasserbecken, Rasenstufen, Marktplatz im Westen, stehen sich nun ebenbürtig gegenüber und bilden ein würdiges Ensemble im Zentrum der Stadt.

Nach unserem Spaziergang vom Stadtpark zum Barkhof wollen wir das neue Gastronomieangebot nutzen. Das neue Gastrogebäude “Haus am Bach” fügt sich mit seinen zugehörigen Gastroterrassen zwischen Marktplatz und Haus am Markt ein und stärkt so die Verbindung.
Mittlerweile ist es Abend geworden, die behutsam integrierte Beleuchtung aus Poller- und Mastleuchten, sowie die Handlauf- und Brüstungsbeleuchtung an der Brücke und der Arkade taucht den Stadtanger ist ein angenehmes Licht. Im Zusammenspiel mit den beleuchteten Fassaden am Marktplatz offenbart das neue inszeniertes Raumensemble seine Qualität auch in den Abendstunden.
Wir bemerken die neuen Materialkombinationen aus alten- und neuen Pflasterbelägen, sowie wie die punktuell erweiterte Ausstattung mit Bänken, Sitzauflagen und neuen Fahrradständern. „Ein gelungenes Projekt“, murmeln wir anerkennend und trinken noch einen letzten Espresso im Haus am Bach. „Oh“, diese Idee hatten noch viele andere Gäste – wie schön!





