Parkeingang Lindenstraße

- Barrierefreier Umbau des Parkeingangs Lindenstraße im Stadtpark Osterholz-Scharmbeck, als zentrale Wegeachse zwischen Wohngebieten und Innenstadt
- Bogenförmige Rampenkonstruktion mit Natursteinmauern und bepflanzten Terrassen überwindet Höhenunterschied in Serpentinen, ergänzt durch mittig verlaufende Treppe
Der Stadtpark Osterholz-Scharmbeck übernimmt als wichtige Wegeachse zwischen der Lindenstraße mit ihren angrenzenden Wohngebieten und der Innenstadt eine zentrale Verbindungsfunktion. Der bislang nicht barrierefreie Parkeingang stellte dabei eine erhebliche Zugangshürde dar, die im Zuge der Neugestaltung aufgelöst wird.


Das Herzstück des neuen Eingangsbereichs bildet eine radiale Rampenkonstruktion, die den vorhandenen Höhenunterschied in weichen, geschwungenen Linien überwindet. Stützmauern mit Wesersandstein-Verblendung fassen die Rampenführung räumlich und verleihen ihr eine warme, natürliche Anmutung. Zwischen den Mauern entstehen bepflanzte Terrassen, die die Rampenanlage zusätzlich gliedern und begrünen.
Exkurs: Geneigter Weg statt Rampe
Auch wenn die Konstruktion als Rampe beschrieben wird, handelt es sich bautechnisch um einen geneigten Weg im Außenbereich gemäß DIN 18040-1. Diese Einordnung gilt für barrierefreie Erschließungen im Freiraum, die nicht unmittelbar an einen Gebäudeeingang anschließen, und eröffnet gegenüber der klassischen Rampe etwas mehr gestalterischen Spielraum:
Zwischenpodeste sind erst nach 10 m Lauflänge erforderlich statt nach 6 m
Handläufe und Radabweiser sind nicht zwingend beidseitig vorgeschrieben
Die Absturzsicherung wurde entsprechend der Topografie gelöst: Talseitig sichert eine Mauer mit Geländer den Weg, hangseitig besteht keine Absturzgefahr.
Entlang des Weges werden verschiedene Aufenthaltsbereiche integriert, die zum Verweilen einladen. Von hier aus ergeben sich immer wieder neue, wechselnde Blickbeziehungen in den Stadtpark – der Weg wird so selbst zum Erlebnis und nicht nur zur reinen Wegeverbindung. Der neue Parkeingang versteht sich damit ausdrücklich nicht nur als funktionale Erschließung, sondern auch als Treffpunkt und Aufenthaltsort.


Die Bepflanzung der Terrassen setzt auf trockenheitstolerante, größtenteils heimische Stauden und Gräser. Ihre wellenförmige Anordnung entlang der Stützmauern nimmt die geschwungene Formensprache der Rampenkonstruktion auf und schafft damit einen harmonischen Übergang zwischen Bauwerk und Vegetation. Durch die gezielte Artenauswahl entstehen über das gesamte Jahr hinweg wechselnde Aspekte.

Bei der Materialwahl wird auf hochwertige, langlebige Ausführung geachtet: Die Wege- und Platzflächen sind in Betonstein in sandbeige gehalten und werden durch ein Klinkerband in rot akzentuiert. Blockstufen und Treppenwangen aus Sichtbeton bilden das ruhige, klar gestaltete Gegenüber zur lebendigen Natursteinverblendung der Mauern aus Wesersandstein. Gemeinsam entsteht so ein stimmiges Materialkonzept, das robuste Funktionalität mit gestalterischer Qualität verbindet.




